Ist die organische Reichweite auf Facebook wirklich am Ende?

❗️Kurze Spoilerwarnung❗️: Nein, denn:

  • Facebook ist nicht so out, wie viele es häufig behaupten. ✔️
  • es gibt handwerkliche Methoden wie Content erstellt werden kann, um die Reichweite positiv zu beeinflussen ✔️

Geht es um die Erfolgsmessung von Social-Media-Beiträgen, wird häufig die Reichweite, also wie viele Personen den Beitrag auf der Plattform in einem bestimmten Zeitraum gesehen haben, als Indikator (Key Performance Indicator = KPI) verwendet. Je höher diese Kennzahl ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine hohe Anzahl an Usern aus der anvisierten Zielgruppe mit dem Beitrag anschließend interagiert und eine Handlung im Sinne des Unternehmens vollzieht. Dies kann z.B. ein Klick auf die Landing-Page sein oder die Anfrage eines Urlaubswunsches durch den Kunden.

Anders ausgedrückt; je mehr Leute einen Beitrag gesehen haben, desto vielversprechender ist der zu erwartende Werbeerfolg für das Unternehmen. 

In den zurückliegenden Jahren haben sich nicht nur die Social-Media-Plattformen im Allgemeinen verändert, sondern auch das Nutzerverhalten der registrierten Personen. Allerdings ist dieses Thema sehr komplex, weshalb wir uns bestimmte Umstände sehr genau ansehen müssen, um hier präzise Aussagen treffen zu können. Verschiedene Behauptungen, die mir in den letzten Jahren und Monaten zu Ohren gekommen sind, möchte ich heute einmal kommentieren und versuchen zu relativieren.

  1. „Facebook ist nur noch für die Alten relevant. Jugendliche nutzen fast ausschließlich Instagram“ ✖️

Meine Meinung:

➡️ Ja, die Neuregistrierungen bei Personen unter 18 Jahren auf Facebook in Deutschland sind erheblich zurückgegangen. Allerdings sollten Unternehmen hier branchenunabhängig die kaufkräftigen Konsumenten betrachten. Allein die Alterszielgruppe der 20-24-Jährigen weist mit circa 7 Millionen Personen eine weitaus höhere Nutzerzahl auf, als es auf Instagram (circa 4 Millionen) der Fall ist. Unnötig an dieser Stelle zu erwähnen, dass es in der Altersgruppe 25-34 noch einmal knapp 11 Millionen registrierte Nutzer auf Facebook gibt. In dieser Altersklasse sind auf Instagram  „nur“ 3.4 Millionen Konsumenten zu finden (Stand:2018).

Es ist außerdem sinnvoll, das tägliche Nutzungsverhalten miteinander zu vergleichen, denn nur weil Nutzer registriert sind, heißt das noch nicht automatisch, dass sie sich auch jeden Tag beim Portal einloggen. Personen aus der Altersklasse 20-34 machen derzeit auf Facebook einen Anteil von 56 % aus. 23 Millionen Menschen nutzen Facebook täglich. Das bedeutet rund 13 Millionen Personen, die zwischen 20 und 34 Jahren sind, könnten theoretisch täglich auf der größten Social-Plattform erreicht werden. Da bei Instagram schon allein die tatsächliche Nutzeranzahl von 7,4 Millionen Personen geringer ist, geht der Punk hier ebenfalls an Facebook.

Quellen: Facebook / Instagram

Nicht, dass ich etwas gegen die Nutzung  von Instagram als Marketinginstrument habe, jedoch ist bei richtiger Betrachtung nur die Behauptung korrekt, dass die Interaktionen der Nutzer auf Beiträge  (Like, Kommentar, Erwähnung etc.) auf Instagram derzeit höher erscheint, als auf Facebook. Sobald wir jedoch über eine Relevanz für das strategische Marketing sprechen sollte man bedenken, dass die potentielle Reichweite für Kampagnen auf Facebook, streng genommen, höher ist als auf Instagram. Ich denke daher, dass Facebook daher bei keiner Social-Media-Kampagne vernachlässigt werden sollte.

 2. „Auf Facebook erreicht man seine Follower nur noch, wenn man den Content mit monetären Mitteln zusätzlich bewirbt.“

Auch hierzu meine Meinung:

➡️ Ja, es gibt heute weitaus mehr „gesponserte“ Beiträge auf der Plattform, als noch vor 10 Jahren. Das bedeutet: Firmen bezahlen häufiger dafür, dass ihre Beiträge auch von Menschen auf Facebook gesehen werden, die der Unternehmensseite nicht direkt folgen oder diese mit „Gefällt Mir“ markiert haben. Eine logische Schlussfolgerung könnte also tatsächlich lauten: Nicht bezahlter Content, wird von bezahltem Content aus dem Newsfeed der Nutzer zunehmend verdrängt.

Allerdings ist die zusätzliche Monetarisierung von Beiträgen nur eine Möglichkeit die Reichweite auf der Plattform zielgerichtet zu erhöhen (und gleichzeitig die bequemste). 

Im Folgenden möchte ich daher über handwerkliche Methoden des Marketings bzw. der Content-Erstellung schreiben, die ich im zurückliegenden Semester gemeinsam mit den Studierten Weltenbummlern anwenden konnte. Wer als Unternehmer überlegt, ähnliche Methoden des Marketings für seinen Betrieb anzuwenden, kann mich sehr gerne kontaktieren.

Mit der Veröffentlichung des Films auf Facebook auf der Seite „Studierte Weltenbummler“  war es das Ziel, das duale Studium der HWR Berlin, sowohl bei neuen Studierenden zu vermarkten und sowohl die Form des Studiums bei potentiellen neuen Partnerunternehmen in der Region bekannter zu machen. Auf eine zusätzliche Monetarisierung musste gänzlich verzichtet werden, da schlichtweg kein Budget dafür eingeplant war. Wie dennoch eine für die Verhältnisse hohe Reichweite generiert wurde (1800 Aufrufe), möchte ich mit folgenden Aspekten kurz anreißen:

  1. In erster Linie ist die Produktplatzierung für das HOTEL NEPTUN zu nennen. So stellen die Zimmergestaltung, der Ausblick auf die Ostsee und auf das Seebad Rostock-Warnemünde Herausstellungsmerkmale für das Hotel dar. Auch wenn das Hotel nicht direkt im Handlungsmittelpunkt des Video-Clips ist, wurde für die Unternehmensseite des Hotels, auf Facebook, kostenfreier Content erstellt. [Der „Share“ erfolgte schließlich durch das Hotel einige Zeit später. Somit wurde der Content nicht nur im Netzwerk der Studierenden gepostet, sondern auch an die Follower des Hotels ausgespielt.]  
  2. Viele Aspekte des Empfehlungsmarketings (z.B. Storytelling oder Influencer-Branding)  wurden angewandt. Am signifikantesten ist sicher der Umstand, dass die Protagonistin des Clips den Zuschauern kurz und knapp ihre persönlichen Beweggründe nennt, warum sie sich für ein duales Studium entschieden hat und warum sie glaubt, dass es die richtige Wahl war. Die Marke des Studiums wird somit für die Follower „lebendig“ gemacht und verleiht der Empfehlung mehr Authentizität.

Als Vergleich kann ein ähnliches Video einer anderen Hochschule betrachtet werden, was ich auf der Facebook-Seite der IUBH gefunden habe. Ich habe dieses Video ausgewählt, weil davon auszugehen ist, dass mit diesem Content ähnliche Ziele verfolgt wurden.

Die Zahl der Aufrufe des Videos ist mit circa 1200 geringer. Hinzu kommt der Umstand, dass die Facebookseite der privaten Hochschule über 10.000 Follower aufweist. Die Seite der Studierten Weltenbummler hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Contents gerade einmal 650 Follower.

Was hier im kleinen Stil vielleicht banal erscheint (1800 Aufrufe vs. 1200 Aufrufe), kann im Social-Media-Bereich eines Großunternehmens jedoch einen erheblichen Unterschied des Werbeerfolgs ausmachen.

Um die Ausgangsfrage des Artikels noch einmal klar zu beantworten: Es kommt wie immer darauf an, sich an einer zuvor erstellten betriebswirtschaftlichen Strategie zu orientieren. Daher ist es notwendig, sich mit den Möglichkeiten der Content-Erstellung auseinanderzusetzen. Falls zusätzlich noch Budget eingeplant werden kann, um Beiträge zusätzlich zu bewerben, ist dies der Optimal-Fall. Ausschlaggebend für die angestrebte Viralität des Contents sind jedoch definitiv andere Faktoren. Meine Empfehlung lautet daher stets in die Produktion von Content zu investieren und ein angemessenes Verhältnis zwischen organischer und künstlicher Reichweite anzustreben. Außerdem sollte versucht werden, Content so zu produzieren, dass er plattformübergreifend verwendet werden kann.

BG,

Max

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PS. Viele weitere spannende Möglichkeiten, wie gutes Marketing nach wie vor mit Facebook gestaltet werden kann, habe ich nicht erwähnt. (Z.B. Gruppen, Facebook-Messenger, Werbung zwischen Clips). Diese Möglichkeiten schauen wir uns in weiteren Beiträgen an.

Sinnvolle Plakatwerbung fürs Reisebüro

Ein neues, 2m hohes, Werbeplakat schmückt seit einigen Tagen den U-Bahnhof Eberswalder Straße im Prenzlauer Berg. Was mir bei der Gestaltung wichtig war, lest ihr in diesem Beitrag unter den beiden Fotos.

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  • Es werden keine Preise kommuniziert.

Da Preise für touristische Produkte in erster Linie dynamisch sind und im Zeitalter moderner Reservierungssysteme täglich schwanken, würde es aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben, ausgewählte Produkte zu bewerben. Viel wichtiger ist hier, dass das Reisebüro mit seiner eigentlichen Dienstleistung wirbt, nämlich im richtigen Augenblick maßgeschneiderte Angebote für die Kunden parat zu haben. Es gibt viele weitere Gründe, warum sich eine Reise nur sehr schwer über einen Preis definieren lässt (z.B. Subjektivität oder die Nicht-Lagerfähigkeit von Dienstleistungen). Studieren kann man Tourismusbetriebswirtschaft übrigens hier in Berlin.

  • Die Gestaltung ist auf den gesamten Marketing-Mix des Reisebüros ausgelegt.

Auf Facebook und Instagram wirbt das TUI Reisecenter für die Präsenz im Kiez. Warum sollte also die Außenwerbung nicht auch für die Präsenz des Reisebüros in sozialen Netzwerken werben? Dieser Aspekt wird leider häufig vernachlässigt.

  • Öffnungszeiten und Wegbeschreibungen wurden nicht erwähnt.

Wichtiger ist nämlich, dass der Name des Reisebüros genau so im Internet gefunden wird. Den Rest erledigen heute Google bzw. unsere Smartphones. Dieses setzt natürlich ebenfalls eine ordentliche Online-Präsenz voraus.

Ich freue mich immer über Fragen und Anregungen. Bis zum nächsten Beitrag und

beste Grüße,

Max

Instagram und Reisebüros I

Unabhängig davon, welche Ziele man mit einem INSTAGRAM-Account verfolgt in seinem Büro, möchte ich heute über ein paar handwerkliche Aspekte schreiben, wie Beiträge effizienter und zielorientierter gestaltet werden können. Es geht hier nicht um das „Was“, sondern in erster Linie um das „Wie“.

Da INSTAGRAM mittlerweile zwei Funktionen anbietet, nämlich zum einen das Posten von Bildern oder Videos in der Timeline und auf der anderen Seite das Erstellen einer „Story“, wird es in den nächsten Tagen einen zusätzlichen Artikel dazu geben.

Das gute schon einmal im Voraus: Viele der folgenden Hinweise lassen sich auch auf andere Social-Media-Kanäle anwenden.

  1. Quadrat ist kein Muss (mehr), nur die Länge eines Videos ist entscheidend 

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Habt ihr Videos oder Fotos auf eurem Smartphone, die nicht quadratisch (1:1) sind, sondern 4:3 oder 16:9, könnt ihr diese dennoch posten. Ein einfacher Klick auf dieses Symbol genügt.

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Ich erinnere mich noch genau daran wie ärgerlich es früher war, wenn man ein schönes Panorama für Instagram verwenden wollte, dies aber aufgrund des falschen Formates nicht funktionierte.

2. Warum quadratisch trotzdem besser ist

➡️ Welche technischen Eigenschaften weist dieses Video nun auf? Das möchte ich mit euch Schritt für Schritt durchgehen.

Das Format ist zwar quadratisch, das Video ansich ist jedoch (ganz normal) in 4:3 gedreht und wurde mit einem Bearbeitungsprogramm ins vorgegebene Format eingefügt.

Bei dem Bearbeiten des Materials entstehen somit über und unter dem Video die berühmten schwarzen Streifen. Dieser „Leerraum“ kann genutzt werden, um ihn mit strategisch wichtigen Informationen auszustatten.

So wurden für dieses Video im oberen Bereich das Logo des Reisebüros, die Symbole der Social Media Kanäle sowie der Haupt-Hashtag (#) gewählt, der auch schon u.a. bei der Schaufenster-Deko 3.0 zum Einsatz kam. (Bei der „neuen“ Farbe der ursprünglich schwarzen Balken wurde im Übrigen die Farbe der der jeweiligen CI des Reisebüros gewählt, bzw. die des Franchise-Gebers.

Bei der Anfertigung des Videos, hatte ich mich außerdem dazu entschieden, den zusätzlichen Bereich mit Untertiteln auszustatten. Aus meiner Sicht, sind Untertitel in vielerlei Hinsicht hilfreich, weil nicht jeder Follower automatisch die Videos mit Ton in seiner Timeline betrachtet.

➡️ Welche weiteren technischen Vorteile entstehen durch derartige Videos?

Das Video-Material wird erst einmal sehr viel kleiner. Durch das Quetschen in das Quadrat verringert sich zwangsläufig auch die Qualität der Aufnahmen, diese bleibt aber aus meiner Sicht jedoch ausreichend.

Aufgrund der geringen Größe, kann das Video nun bequem per Messenger, wie Whatsapp, an Kunden versendet werden, was einen absoluten Wettbewerbsvorteil darstellt.

Natürlich erfordern die zuletzt genannten Maßnahmen einige Grundkenntnisse in der Videobearbeitung. Danach können Reisebüros es mit dem touristischen Know-How verbinden.

Für Fragen stehe ich gern zu Verfügung.

Bis bald,

Max 😊

Online-Marketing fürs Reisebüro! Besonderheiten und Möglichkeiten 🌍👨‍💻

  • Teure Werbekampagnen und aufwändige Suchmaschinenoptimierungen sind kein Muss. ✔️
  • Ein Reisebüro sollte sich nicht an den Maßstäben großer Unternehmen orientieren.✔️
  • Es ist erfolgsversprechender, wenn sich Reisebüros von anderen Touristikern beraten lassen, als von allgemeinen Marketingagenturen. ✔️

Kenne die Vorteile deines Reisebüros

Hierzu habe ich mich im letzten Beitrag umfangreich geäußert. Allein die Kombination aus dem Wissen, was das moderne Reisebüro heute ausmacht und eine sorgfältig geplante Strategie, schafft die Voraussetzung für einen messbaren Erfolg.

Zwei Fehler sind häufig zu beobachten, wenn man sich die Online-Präsenz von Reisebüros näher ansieht.

Fehler Nr.1: Es wird zu wenig über eigene (neue) Zielgruppen nachgedacht. So wie ich im letzten Beitrag das Reisebüro mit einem Onliner verglichen habe, machen es leider nur wenige Kollegen. Der Clou dahinter ist, Nischen aus tourismusbetriebswirtschaftlicher Sicht zu erkennen und sich bei der Online-Vermarktung nicht alles vorgeben zu lassen, seitens der Veranstalter oder des Franchisegebers. Für jedes Büro gelten andere Voraussetzungen.

Fehler Nr. 2: Sobald sich Reisebüroinhaber dafür entscheiden, ins Onlinemarketing zu investieren, werden häufig externe Agenturen beauftragt, die sich womöglich noch nie mit den Besonderheiten des Reisebüros befasst haben. Und da sind wir auch im Prinzip schon wieder bei Fehler Nr.1.. Einige Prozesse müssen sicherlich ausgelagert werden, denn die Kompetenz eines Reisebüros liegt in der Urlaubsberatung und nicht unbedingt im Marketing. Bevor man sich allerdings dafür entscheidet, ist es dennoch sinnvoll eine Schnittstelle mit einem anderen Touristiker zu suchen, anstatt einigen Agenturen blind zu vertrauen.

Bedenke stets:

💡Küchengeräte beispielsweise sind etwas vollkommen anderes, als Pauschalreisen. Es braucht Erfahrung, touristische Produkte richtig einzuschätzen, sie im Markt richtig einzuordnen, sie zu verbessern und anschließend für eine Käufergruppe zu präsentieren.💡

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Kosten senken durch Reichweite aus „eigener Kraft“

Eine weitere Hürde für das Online-Marketing von Reisebüros ist das zu Verfügung stehende Budget. Es ist vollkommen klar, dass ein Reisebüro nicht über die Mittel verfügt wie ein Veranstalter oder ein Online-Reisevermittler, der meist durch einen Konzern unterstützt wird. Die Zauberformel für eine effiziente Vermarktungsstrategie lautet daher ▶️ organisches Marketing. Zusätzlich sollte dem Betrieb bewusst sein, dass eine sehr hohe Reichweite im Internet zwar wünschenswert ist, sie aber  für das Reisebüro, was hauptsächlich den Markt in der Umgebung bedient, nicht die wichtigste Rolle spielt.

Hier ein paar Möglichkeiten bzw. Ziele für organisches (Reisebüro)-Marketing:

  • Arbeite daran dir ein ➡️eigenes Netzwerk bestehend aus Freunden, Freunden von Freunden, Kollegen, Stammkunden, Neukunden usw. aufzubauen und bündele dieses Netzwerk auf einer passenden Social Media-Plattform. Z.B. Whatsapp-Broadcast, Facebook-Seite, Facebook-Gruppe, Instagram, Twitter, Youtube
  • Beziehe sämtliche Mitarbeiter in deinem Reisebüro mit ein bei der Strategiebildung. Sind deine Mitarbeiter im Büro eher älter und nicht so aktiv im Internet, werden sie wahrscheinlich auch ähnliche Freunde haben. Hast du junge Auszubildende, die ständig auf ihr Smartphone starren, hast du über diese Zugriff auf eine jüngere Gefolgschaft. Wenn du Praktikanten hast, schau dir deren Kommunikationsmethoden genauer an. Diese Aspekte sind wichtig, sobald du dich auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren möchtest.
  • Setze dich mit dem Kundenverhalten deiner Stamm- und Neukunden auseinander und überlege wie sie beispielsweise mit Google umgehen. Suchen die Leute direkt nach deinem Büro oder z.b. „Reisebüro Berlin“? Eine Investition in Google Adwords ist nur sinnvoll, wenn deine potentiellen Kunden nicht direkt nach dir und deinem Namen googlen.
  • Gestalte deine Beiträge so, dass Sie ausschließlich mit dir und deiner Dienstleistung in Verbindung gebracht werden können. Am Ende des Tages sollst du für deine Neu- und Stammkunden der erste Ansprechpartner sein und von Ihnen weiterempfohlen werden.
  • Gehe Kooperationen mit anderen lokalen Geschäften ein. Mittlerweile nutzt so gut wie jeder Facebook. Teile Beiträge von ihnen, sie werden es dir zu gegebener Zeit danken. Gegenseitige Unterstützung ist das A und O.

 Die Welt verändert sich nunmal

Das Internet ist die Triebfeder der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung und der Kommunikation auf der Erde. Jedem Reisebüro sollte bewusst sein, dass, wenn es sich bis jetzt noch nicht mit Themen des Online-Marketings befasst hat, sehr bald den Anschluss verlieren wird. Daher ist eine Auseinandersetzung nicht nur wünschenswert, sondern essentiell für den Fortbestand von unabhängigen Reisebüros.

Unsere Nische in der Branche 🌎👨‍💻

  • Die digitale Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Reisebüro muss nicht unpersönlich sein. ✔️
  • Unsere Kunden buchen bei uns, weil sie maßgeschneiderte Urlaubsangebote bekommen, direkten Kontakt mit einem persönlichen Ansprechpartner erhalten und Zeit sparen bei der Urlaubsfindung.✔️

Wo Hürden zu überwältigen sind, gibt es auch neue Möglichkeiten auf dem Markt☝️

Ein nicht unerheblicher Teil unserer Gesellschaft steckt das Reisebüro gern in eine Kategorie mit Videotheken  („vom Aussterben bedroht.“)

Betrachtet man die derzeitige Marktsituation, so hat sich zwar in den letzten 15 Jahren enorm viel verändert, die herausgegebenen Zahlen der Verbände sprechen jedoch eine klare Sprache. Der Gesamtumsatz der Reisebüros ist in den letzten Jahren gestiegen, obwohl die Anzahl der Reisebüros leicht zurückgegangen ist. 

Dieses Ergebnis lässt für mich nur eine logische Schlussfolgerung zu. Gute Reisebüros haben vieles richtig gemacht. Weniger innovative Büros, können sich nicht ausreichend an neue Marktsituationen anpassen.

Klar, bis heute ist es nicht einfacher geworden nur vom Vermittlungsgeschäft zu existieren. Andererseits warten derzeit auch enorme Chancen, von Touristikern nur wahrgenommen zu werden.

Ich bin der Auffassung, dass eine Auseinandersetzung zwischen dem „Reisebüro“ und dem „Internet“ zwar stattgefunden hat, wir als Touristiker aber längst über die Frage hinaus sein sollten, ob das Internet den stationären Vertrieb zerstört oder nicht. Meine stets angeführten Hauptgründe habe ich oben bereits erwähnt.

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Vorteile des Reisebüros müssen häufiger herauskristallisiert werden☝️

Betrachten wir doch einmal die o.g. Gründe und übertragen sie auf einen reinen Online-Reisevermittler. Hier muss der Kunde seine sogenannten Hard-Facts seines Urlaubs selbstständig in ein Buchungstool eingeben. (Unternehmen wie Ab-in-den-Urlaub fallen mir da spontan ein.)

Maßgeschneiderte Angebote ✖️: Fehlanzeige. Betriebswirtschaftlich begründen kann man dies, wenn man den Kunden vor Augen hält, dass ein touristisches Produkt immer abhängig ist von den persönlichen Präferenzen des Reisenden. Was soll der schlaue Kunde mit einem Angebot einer Pauschalreise (mind.Flug/Hotel) anfangen, wenn die berühmten Worte „ab“ oder noch besser „schon für“ vor dem Preis stehen? Eine klare Definition über den Preis und die restlichen Konditionen gestalten sich definitiv anders. Hinter dieser Masche steckt nichts anderes als der Marketing-Effekt einer Preisführerschaft-Strategie, von der man sich als Reisebüro nicht unter Druck setzen lassen sollte. Zudem sollte man auf diese Methoden des Marketings im stationären Vertrieb nicht zurückgreifen und dementsprechend seine Schaufenster mit super günstigen Angeboten vollkleistern.

Kontakt zu einem persönlichen Ansprechpartner ✖️: Fehlanzeige. Hat der Kunde Fragen zu einem touristischen Produkt, sollen Anpassungen vorgenommen werden oder gibt es gar Probleme – welche Methode zur Bearbeitung ist dann wohl am besten geeignet? Auf jeden Fall steht die Variante, sich in die Warteschleife des Callcenters eines Onliners zu hängen, an letzter Stelle.

Zeitersparnis beim Online-Buchen ✖️: Fehlanzeige. Wer mir erzählt, dass das Heraussuchen einer Reise bei den üblichen Internetportalen schneller ginge, als kurz mit dem Reiseberater des Vertrauens zu kommunizieren oder diesem einen Besuch abzustatten, der sollte sich einmal die Frage stellen, warum wir uns werbefreien Content bei Anbietern wie NETFLIX oder SPOTIFY bezahlen lassen. Oder noch ein gutes Beispiel: Warum schauen wir uns einen guten Film lieber im Kino an, als auf RTL ? – Weil sie dort werbefrei gezeigt werden. Onlineanbieter finanzieren sich zu einem nicht unerheblichen Teil durch Werbepartner. Aufgezwungene Werbung = wertvoller Zeitverlust.

Fassen wir noch einmal zusammen: Das schlechteste Szenario für den Kunden ist ein undefiniertes Angebot, was er sich lange selbst und mit mühevollem Aufwand zusammensuchen musste.

Ich für meinen Teil, möchte diesen Aufwand und dieses Risiko lieber von Vornherein ausschließen. Daher ist für mich der Weg ins gute Reisebüro oder die Kontaktaufnahme häufig smarter, als online auf dubiosen Seiten selbst zu suchen.

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PS. Streng genommen ist die Aussage, dass Urlaubsreisen im Internet genau das gleiche kosten wie im Reisebüro (und umgekehrt) nicht korrekt. Zählt man Aufwand (wie Recherche) oder den Zeitverlust ebenfalls zu den Kosten, kommt man im Reisebüro sogar günstiger weg.