Unterwegs als Dozent

Für Leute die sich fragen, was ich eigentlich so mache, wenn ich nicht für Reisebüros oder andere touristische Unternehmen arbeite.

Seit September habe ich einen kleinen Lehrauftrag an meiner alten Uni, der HWR Berlin am Campus Lichtenberg (Fachbereich Duales Studium).

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Für den Fachbereich Tourismus bin ich dort für das Modul Projektmanagement tätig. Genauer gesagt, darf ich an einem Projekt mitwirken, was ich schon damals als Student mit ins Leben gerufen hatte.

Das Projekt umfasst 2 Semester und beinhaltet den weiteren Aufbau sowie die Platzierung der Marke Studierte Weltenbummler. Gemeinsam mit den Studenten vermarkte ich somit den Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft bei potentiellen neuen Studenten und Unternehmen, die zu Praxispartnern innerhalb des dualen Studiums werden möchten.

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Mit von der Partie sind außerdem der Fachrichtungsleiter Prof. Dr. Soller, Ralph Wudke sowie der Journalist Horst Schwartz, der für diverse Fachzeitschriften tätig ist.  Das Projekt beinhaltet auch die Organisation und das Marketing  für den Stand auf der kommenden ITB Berlin.

Besonders stolz bin ich aber auf mein Team, das mit mir gemeinsam die Social-Media-Kanäle betreut.

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In diesem Jahr geht es inhaltlich u.a. darum, das Bachelor-BWL-Studium richtig in der Tourismusbranche darzustellen, also aufzuzeigen welche Möglichkeiten sich für Absolventen im Berufsleben ergeben können. Wir sind motiviert, somit viele neue Fachkräfte für die Branche zu gewinnen und Ausbildungskonzepte zu entwickeln, die sich sowohl für Studenten, aber auch für kooperierende Unternehmen bezahlt machen.

So konnte ich beispielsweise die Gelegenheit nutzen, das Projekt und den Studiengang beim monatlich stattfindenden SKÅL-Meeting zu präsentieren.

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Ich freue mich auf alles, was auf mich als Dozent zukommt!

LG,

Max

Sinnvolle Plakatwerbung fürs Reisebüro

Ein neues, 2m hohes, Werbeplakat schmückt seit einigen Tagen den U-Bahnhof Eberswalder Straße im Prenzlauer Berg. Was mir bei der Gestaltung wichtig war, lest ihr in diesem Beitrag unter den beiden Fotos.

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  • Es werden keine Preise kommuniziert.

Da Preise für touristische Produkte in erster Linie dynamisch sind und im Zeitalter moderner Reservierungssysteme täglich schwanken, würde es aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben, ausgewählte Produkte zu bewerben. Viel wichtiger ist hier, dass das Reisebüro mit seiner eigentlichen Dienstleistung wirbt, nämlich im richtigen Augenblick maßgeschneiderte Angebote für die Kunden parat zu haben. Es gibt viele weitere Gründe, warum sich eine Reise nur sehr schwer über einen Preis definieren lässt (z.B. Subjektivität oder die Nicht-Lagerfähigkeit von Dienstleistungen). Studieren kann man Tourismusbetriebswirtschaft übrigens hier in Berlin.

  • Die Gestaltung ist auf den gesamten Marketing-Mix des Reisebüros ausgelegt.

Auf Facebook und Instagram wirbt das TUI Reisecenter für die Präsenz im Kiez. Warum sollte also die Außenwerbung nicht auch für die Präsenz des Reisebüros in sozialen Netzwerken werben? Dieser Aspekt wird leider häufig vernachlässigt.

  • Öffnungszeiten und Wegbeschreibungen wurden nicht erwähnt.

Wichtiger ist nämlich, dass der Name des Reisebüros genau so im Internet gefunden wird. Den Rest erledigen heute Google bzw. unsere Smartphones. Dieses setzt natürlich ebenfalls eine ordentliche Online-Präsenz voraus.

Ich freue mich immer über Fragen und Anregungen. Bis zum nächsten Beitrag und

beste Grüße,

Max

Pauschalpakete mit Leerraum – Smart Consuming bei individuellen (Rund)-Reisen

Häufig muss man bei größeren Reisen verschiedene Dinge voneinander abwägen und verzweifelt nahezu dabei, das richtige Verhältnis aus Zeit, Preis, Leistung, Sicherheit und Individualität zu finden.

Hinzu kommen Fragen wie: „An wen wende ich mich während oder nach der Reise, wenn Mängel wie gravierende Flugverspätungen auftreten?“

Stellen wir uns folgenden Wunsch vor:

Ihr wollt zu zweit eine Reise, inklusive Badeaufenthalt, nach Bali unternehmen.

Die ganze Reise soll 15 Tage lang sein. Es sollen neben den Flügen verschiedene Hotels organisiert werden. 8 Tage davon sollen als Badeurlaub in einem Hotel verbracht werden, 7 Tage sollen zur Besichtigung der Insel in unterschiedlichen Hotels genutzt werden.

Sofern man nun im Vorfeld so viel wie möglich organisieren will, ergeben sich verschieden Varianten, auf die ich hier nun eingehen werde.

Für mein gewähltes Beispiel werden benötigt:

  • Flüge
  • 1 Badehotel
  • zusätzliche Unterkünfte, genannt „Rundreise“

Möglichkeit 1: Individuelle Buchung der einzelnen Bestandteile

Das heißt: Flug bei Firma X, Badehotel bei Firma Y, restliche Unterkünfte bei Firma Z

X+Y+Z

XYZ.jpgVorteile:

  • höchste Individualität bei der (Vor)-Auswahl
  • keine Einschränkung beim Buchen
  • sämtliche Deals können miteinander kombiniert werden

Nachteile:

  • Keine einheitlichen Regressansprüche („X kann nur bei X reklamiert werden, Y nur bei Y, Z nur bei Z) Das ist besonders ärgerlich, wenn die Firma bei der man gebucht hat, ihren Sitz im Ausland hat und deren Sprache man nicht mächtig ist. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Rechtslagen in unterschiedlichen Reiseländern gibt.
  • Keine gegenseitige Produktgarantie der einzelnen Bestandteile. (Beispiel: Verspätet sich ein Flug und ihr verpasst dadurch einen Weiterflug oder kommt zu spät bei einer Unterkunft an, übernimmt niemand einen Schaden, auch wenn ihr diesen nicht selbst verschuldet habt. Frei nach dem Motto: „Das eine Produkt hat mit dem anderen ja nichts zu tun“ oder „Ihr habt die Verspätung selbst verschuldet, denn ihr hättet ja eine andere Flugverbindung zum Reiseland wählen können“.

Möglichkeit 2: Bausteinreise (aus mehreren Einzelleistungen wird ein Gesamtprodukt)

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Reiseveranstalter aus Deutschland wie TUI oder DERTOUR bieten diese Möglichkeit an. Der erste Ansprechpartner für diese Konstellation ist i.d.R. das Reisebüro eures Vertrauens.

Über einen Tour Operator (=Veranstalter) greift man nun auf das Kontingent an Flügen, Hotels, Transfers, Mietwagen etc. zu, was diesem zur Verfügung steht, kombiniert alle Bestandteile und macht daraus ein neues, individuelles Gesamt-Produkt.

Aus X,Y, und Z wird also nun das neue Produkt

A (=Pauschale)

Vorteile (sehr grob):

  • Veranstalterhaftung (in Deutschland). Verspätet sich der Flug beispielsweise erheblich, haftet der Veranstalter auch für die nachfolgenden Bestandteile der Reise. Es gibt in Deutschland umfassende Serviceanbieter, bei denen man sich als Reisender sein Bausteinpaket zusammenstellen lassen kann. Aus einer kompetenten Beratung ergeben sich wiederum Vorteile wie maßgeschneiderte Angebote, Zeitersparnis und der Kontakt zu persönlichen Ansprechpartnern.
  • Regressansprüche für alle „Bausteine“ beim Tour Operator

Nachteile:

  • Man ist weniger individuell, da man z.B. auf das Hotel-Kontingent eines Veranstalters angewiesen ist, sowie auf die dazugehörigen Restriktionen.
  • Reiseveranstalter können die Preise für „ihre“ Leistungen in die Höhe treiben und mit Margen versehen.

Letzterer Nachteil kommt jedoch in der Praxis eher selten vor, da die Baustein-Bestandteile ansonsten nicht mehr konkurrenzfähig wären gegenüber Variante 1.

Empfehlenswert ist es also immer zu überprüfen, ob verschiedene Reise-Komponenten auch als Baustein-Reise kombinierbar sind.

Möglichkeit 3: Reisepaket 

Hier sind Airline, Transfer sowie die Unterkünfte, ob in Form eines Badeurlaubs oder einer Rundreise, bereits miteinander kombiniert. Das Produkt wird nicht erst zusammengestellt, es existiert bereits. Die Reise ist von „Vorne bis Hinten“ durchorganisiert. Umgangssprachlich wird das Reisepaket auch als „Pauschalreise“ bezeichnet.

An dieser Stelle wählt man ein schon vorhandenes Produkt mit den einzelnen Komponenten:

Paket A1,  Paket B3, Paket G4 usw. 

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Vorteile:

  • Chance auf geringsten Preis ist sehr hoch
  • bessere Rechtslage aus Kundensicht (siehe Veranstalterhaftung)
  • Urlaub ist größtenteils durchorganisiert und man hat weniger Aufwand vor Ort
  • Sammeltransfer ist i.d.R. inklusive
  • Es besteht der geringste Aufwand beim Buchen.

Nachteile:

  • geringste Individualität während der Reise
  • weniger bis keine Anpassungen des Pakets möglich
  • Gefahr am höchsten in „Touri-Fallen“ zu tappen (Massenbesichtigungen, „Abzocke“, Standardisierung usw..

Für welche Variante sollte man sich entscheiden? – Sofern es möglich ist:

Eine Mischform

So gehe ich dabei vor:

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  1. Ich schaue langfristig nach einem passenden Reisepaket und reserviere dieses Angebot (Variante 3) unverbindlich. Das Reisepaket enthält gute Flugzeiten ins Zielgebiet, das Badehotel sowie den Transfer vom Flughafen zum Hotel und den Rücktransfer zum Flughafen.
  2. Ich lasse vom Veranstalter einen Leeraufenthalt einfügen zwischen dem 5. und dem 14. Tag. (Das heißt ich nutze nun vom 1.-5. Tag das Paket und noch einmal für 14. und 15. Nacht.
  3. Ich plane nun die Rundreise und buche die Bestandteile „meiner“ gewollten Rundreise während des Leeraufenthalts (am 14. Tag kehre ich in das Badehotel zurück).
  4. Idealerweise, buche ich die Rundreise-(Unterkünfte) noch beim selben Veranstalter, wie das Reisepaket und erhalte damit streng genommen eine Baustein-Reise (Variante2).

Mischform 1.jpgDiese Mischform gibt mir die Individualität zurück, die ich bei der Buchung eines Reisepakets verlieren kann sowie die höchste Rechtssicherheit aus touristischer Kundensicht. Gleichzeitig erhalte dadurch hohe Chancen den geringsten Preis zu erhaschen.

Bis zum nächsten mal,

Max

 

Instagram und Reisebüros I

Unabhängig davon, welche Ziele man mit einem INSTAGRAM-Account verfolgt in seinem Büro, möchte ich heute über ein paar handwerkliche Aspekte schreiben, wie Beiträge effizienter und zielorientierter gestaltet werden können. Es geht hier nicht um das „Was“, sondern in erster Linie um das „Wie“.

Da INSTAGRAM mittlerweile zwei Funktionen anbietet, nämlich zum einen das Posten von Bildern oder Videos in der Timeline und auf der anderen Seite das Erstellen einer „Story“, wird es in den nächsten Tagen einen zusätzlichen Artikel dazu geben.

Das gute schon einmal im Voraus: Viele der folgenden Hinweise lassen sich auch auf andere Social-Media-Kanäle anwenden.

  1. Quadrat ist kein Muss (mehr), nur die Länge eines Videos ist entscheidend 

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Habt ihr Videos oder Fotos auf eurem Smartphone, die nicht quadratisch (1:1) sind, sondern 4:3 oder 16:9, könnt ihr diese dennoch posten. Ein einfacher Klick auf dieses Symbol genügt.

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Ich erinnere mich noch genau daran wie ärgerlich es früher war, wenn man ein schönes Panorama für Instagram verwenden wollte, dies aber aufgrund des falschen Formates nicht funktionierte.

2. Warum quadratisch trotzdem besser ist

➡️ Welche technischen Eigenschaften weist dieses Video nun auf? Das möchte ich mit euch Schritt für Schritt durchgehen.

Das Format ist zwar quadratisch, das Video ansich ist jedoch (ganz normal) in 4:3 gedreht und wurde mit einem Bearbeitungsprogramm ins vorgegebene Format eingefügt.

Bei dem Bearbeiten des Materials entstehen somit über und unter dem Video die berühmten schwarzen Streifen. Dieser „Leerraum“ kann genutzt werden, um ihn mit strategisch wichtigen Informationen auszustatten.

So wurden für dieses Video im oberen Bereich das Logo des Reisebüros, die Symbole der Social Media Kanäle sowie der Haupt-Hashtag (#) gewählt, der auch schon u.a. bei der Schaufenster-Deko 3.0 zum Einsatz kam. (Bei der „neuen“ Farbe der ursprünglich schwarzen Balken wurde im Übrigen die Farbe der der jeweiligen CI des Reisebüros gewählt, bzw. die des Franchise-Gebers.

Bei der Anfertigung des Videos, hatte ich mich außerdem dazu entschieden, den zusätzlichen Bereich mit Untertiteln auszustatten. Aus meiner Sicht, sind Untertitel in vielerlei Hinsicht hilfreich, weil nicht jeder Follower automatisch die Videos mit Ton in seiner Timeline betrachtet.

➡️ Welche weiteren technischen Vorteile entstehen durch derartige Videos?

Das Video-Material wird erst einmal sehr viel kleiner. Durch das Quetschen in das Quadrat verringert sich zwangsläufig auch die Qualität der Aufnahmen, diese bleibt aber aus meiner Sicht jedoch ausreichend.

Aufgrund der geringen Größe, kann das Video nun bequem per Messenger, wie Whatsapp, an Kunden versendet werden, was einen absoluten Wettbewerbsvorteil darstellt.

Natürlich erfordern die zuletzt genannten Maßnahmen einige Grundkenntnisse in der Videobearbeitung. Danach können Reisebüros es mit dem touristischen Know-How verbinden.

Für Fragen stehe ich gern zu Verfügung.

Bis bald,

Max 😊

Online-Marketing fürs Reisebüro! Besonderheiten und Möglichkeiten 🌍👨‍💻

  • Teure Werbekampagnen und aufwändige Suchmaschinenoptimierungen sind kein Muss. ✔️
  • Ein Reisebüro sollte sich nicht an den Maßstäben großer Unternehmen orientieren.✔️
  • Es ist erfolgsversprechender, wenn sich Reisebüros von anderen Touristikern beraten lassen, als von allgemeinen Marketingagenturen. ✔️

Kenne die Vorteile deines Reisebüros

Hierzu habe ich mich im letzten Beitrag umfangreich geäußert. Allein die Kombination aus dem Wissen, was das moderne Reisebüro heute ausmacht und eine sorgfältig geplante Strategie, schafft die Voraussetzung für einen messbaren Erfolg.

Zwei Fehler sind häufig zu beobachten, wenn man sich die Online-Präsenz von Reisebüros näher ansieht.

Fehler Nr.1: Es wird zu wenig über eigene (neue) Zielgruppen nachgedacht. So wie ich im letzten Beitrag das Reisebüro mit einem Onliner verglichen habe, machen es leider nur wenige Kollegen. Der Clou dahinter ist, Nischen aus tourismusbetriebswirtschaftlicher Sicht zu erkennen und sich bei der Online-Vermarktung nicht alles vorgeben zu lassen, seitens der Veranstalter oder des Franchisegebers. Für jedes Büro gelten andere Voraussetzungen.

Fehler Nr. 2: Sobald sich Reisebüroinhaber dafür entscheiden, ins Onlinemarketing zu investieren, werden häufig externe Agenturen beauftragt, die sich womöglich noch nie mit den Besonderheiten des Reisebüros befasst haben. Und da sind wir auch im Prinzip schon wieder bei Fehler Nr.1.. Einige Prozesse müssen sicherlich ausgelagert werden, denn die Kompetenz eines Reisebüros liegt in der Urlaubsberatung und nicht unbedingt im Marketing. Bevor man sich allerdings dafür entscheidet, ist es dennoch sinnvoll eine Schnittstelle mit einem anderen Touristiker zu suchen, anstatt einigen Agenturen blind zu vertrauen.

Bedenke stets:

💡Küchengeräte beispielsweise sind etwas vollkommen anderes, als Pauschalreisen. Es braucht Erfahrung, touristische Produkte richtig einzuschätzen, sie im Markt richtig einzuordnen, sie zu verbessern und anschließend für eine Käufergruppe zu präsentieren.💡

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Kosten senken durch Reichweite aus „eigener Kraft“

Eine weitere Hürde für das Online-Marketing von Reisebüros ist das zu Verfügung stehende Budget. Es ist vollkommen klar, dass ein Reisebüro nicht über die Mittel verfügt wie ein Veranstalter oder ein Online-Reisevermittler, der meist durch einen Konzern unterstützt wird. Die Zauberformel für eine effiziente Vermarktungsstrategie lautet daher ▶️ organisches Marketing. Zusätzlich sollte dem Betrieb bewusst sein, dass eine sehr hohe Reichweite im Internet zwar wünschenswert ist, sie aber  für das Reisebüro, was hauptsächlich den Markt in der Umgebung bedient, nicht die wichtigste Rolle spielt.

Hier ein paar Möglichkeiten bzw. Ziele für organisches (Reisebüro)-Marketing:

  • Arbeite daran dir ein ➡️eigenes Netzwerk bestehend aus Freunden, Freunden von Freunden, Kollegen, Stammkunden, Neukunden usw. aufzubauen und bündele dieses Netzwerk auf einer passenden Social Media-Plattform. Z.B. Whatsapp-Broadcast, Facebook-Seite, Facebook-Gruppe, Instagram, Twitter, Youtube
  • Beziehe sämtliche Mitarbeiter in deinem Reisebüro mit ein bei der Strategiebildung. Sind deine Mitarbeiter im Büro eher älter und nicht so aktiv im Internet, werden sie wahrscheinlich auch ähnliche Freunde haben. Hast du junge Auszubildende, die ständig auf ihr Smartphone starren, hast du über diese Zugriff auf eine jüngere Gefolgschaft. Wenn du Praktikanten hast, schau dir deren Kommunikationsmethoden genauer an. Diese Aspekte sind wichtig, sobald du dich auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren möchtest.
  • Setze dich mit dem Kundenverhalten deiner Stamm- und Neukunden auseinander und überlege wie sie beispielsweise mit Google umgehen. Suchen die Leute direkt nach deinem Büro oder z.b. „Reisebüro Berlin“? Eine Investition in Google Adwords ist nur sinnvoll, wenn deine potentiellen Kunden nicht direkt nach dir und deinem Namen googlen.
  • Gestalte deine Beiträge so, dass Sie ausschließlich mit dir und deiner Dienstleistung in Verbindung gebracht werden können. Am Ende des Tages sollst du für deine Neu- und Stammkunden der erste Ansprechpartner sein und von Ihnen weiterempfohlen werden.
  • Gehe Kooperationen mit anderen lokalen Geschäften ein. Mittlerweile nutzt so gut wie jeder Facebook. Teile Beiträge von ihnen, sie werden es dir zu gegebener Zeit danken. Gegenseitige Unterstützung ist das A und O.

 Die Welt verändert sich nunmal

Das Internet ist die Triebfeder der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung und der Kommunikation auf der Erde. Jedem Reisebüro sollte bewusst sein, dass, wenn es sich bis jetzt noch nicht mit Themen des Online-Marketings befasst hat, sehr bald den Anschluss verlieren wird. Daher ist eine Auseinandersetzung nicht nur wünschenswert, sondern essentiell für den Fortbestand von unabhängigen Reisebüros.

Unsere Nische in der Branche 🌎👨‍💻

  • Die digitale Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Reisebüro muss nicht unpersönlich sein. ✔️
  • Unsere Kunden buchen bei uns, weil sie maßgeschneiderte Urlaubsangebote bekommen, direkten Kontakt mit einem persönlichen Ansprechpartner erhalten und Zeit sparen bei der Urlaubsfindung.✔️

Wo Hürden zu überwältigen sind, gibt es auch neue Möglichkeiten auf dem Markt☝️

Ein nicht unerheblicher Teil unserer Gesellschaft steckt das Reisebüro gern in eine Kategorie mit Videotheken  („vom Aussterben bedroht.“)

Betrachtet man die derzeitige Marktsituation, so hat sich zwar in den letzten 15 Jahren enorm viel verändert, die herausgegebenen Zahlen der Verbände sprechen jedoch eine klare Sprache. Der Gesamtumsatz der Reisebüros ist in den letzten Jahren gestiegen, obwohl die Anzahl der Reisebüros leicht zurückgegangen ist. 

Dieses Ergebnis lässt für mich nur eine logische Schlussfolgerung zu. Gute Reisebüros haben vieles richtig gemacht. Weniger innovative Büros, können sich nicht ausreichend an neue Marktsituationen anpassen.

Klar, bis heute ist es nicht einfacher geworden nur vom Vermittlungsgeschäft zu existieren. Andererseits warten derzeit auch enorme Chancen, von Touristikern nur wahrgenommen zu werden.

Ich bin der Auffassung, dass eine Auseinandersetzung zwischen dem „Reisebüro“ und dem „Internet“ zwar stattgefunden hat, wir als Touristiker aber längst über die Frage hinaus sein sollten, ob das Internet den stationären Vertrieb zerstört oder nicht. Meine stets angeführten Hauptgründe habe ich oben bereits erwähnt.

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Vorteile des Reisebüros müssen häufiger herauskristallisiert werden☝️

Betrachten wir doch einmal die o.g. Gründe und übertragen sie auf einen reinen Online-Reisevermittler. Hier muss der Kunde seine sogenannten Hard-Facts seines Urlaubs selbstständig in ein Buchungstool eingeben. (Unternehmen wie Ab-in-den-Urlaub fallen mir da spontan ein.)

Maßgeschneiderte Angebote ✖️: Fehlanzeige. Betriebswirtschaftlich begründen kann man dies, wenn man den Kunden vor Augen hält, dass ein touristisches Produkt immer abhängig ist von den persönlichen Präferenzen des Reisenden. Was soll der schlaue Kunde mit einem Angebot einer Pauschalreise (mind.Flug/Hotel) anfangen, wenn die berühmten Worte „ab“ oder noch besser „schon für“ vor dem Preis stehen? Eine klare Definition über den Preis und die restlichen Konditionen gestalten sich definitiv anders. Hinter dieser Masche steckt nichts anderes als der Marketing-Effekt einer Preisführerschaft-Strategie, von der man sich als Reisebüro nicht unter Druck setzen lassen sollte. Zudem sollte man auf diese Methoden des Marketings im stationären Vertrieb nicht zurückgreifen und dementsprechend seine Schaufenster mit super günstigen Angeboten vollkleistern.

Kontakt zu einem persönlichen Ansprechpartner ✖️: Fehlanzeige. Hat der Kunde Fragen zu einem touristischen Produkt, sollen Anpassungen vorgenommen werden oder gibt es gar Probleme – welche Methode zur Bearbeitung ist dann wohl am besten geeignet? Auf jeden Fall steht die Variante, sich in die Warteschleife des Callcenters eines Onliners zu hängen, an letzter Stelle.

Zeitersparnis beim Online-Buchen ✖️: Fehlanzeige. Wer mir erzählt, dass das Heraussuchen einer Reise bei den üblichen Internetportalen schneller ginge, als kurz mit dem Reiseberater des Vertrauens zu kommunizieren oder diesem einen Besuch abzustatten, der sollte sich einmal die Frage stellen, warum wir uns werbefreien Content bei Anbietern wie NETFLIX oder SPOTIFY bezahlen lassen. Oder noch ein gutes Beispiel: Warum schauen wir uns einen guten Film lieber im Kino an, als auf RTL ? – Weil sie dort werbefrei gezeigt werden. Onlineanbieter finanzieren sich zu einem nicht unerheblichen Teil durch Werbepartner. Aufgezwungene Werbung = wertvoller Zeitverlust.

Fassen wir noch einmal zusammen: Das schlechteste Szenario für den Kunden ist ein undefiniertes Angebot, was er sich lange selbst und mit mühevollem Aufwand zusammensuchen musste.

Ich für meinen Teil, möchte diesen Aufwand und dieses Risiko lieber von Vornherein ausschließen. Daher ist für mich der Weg ins gute Reisebüro oder die Kontaktaufnahme häufig smarter, als online auf dubiosen Seiten selbst zu suchen.

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PS. Streng genommen ist die Aussage, dass Urlaubsreisen im Internet genau das gleiche kosten wie im Reisebüro (und umgekehrt) nicht korrekt. Zählt man Aufwand (wie Recherche) oder den Zeitverlust ebenfalls zu den Kosten, kommt man im Reisebüro sogar günstiger weg.