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Notizbuch: Max, Du hast Tourismus raus — Schwar[t]z auf Weiss

Max Hübner: Porträt eines außergewöhnlichen Touristikers Donnerstag, 8. August 2019 Regelmäßige Leser meiner Blog-Notizen kennen das schon: „Studierte Weltenbummler“ nennen sich die BWL/Tourismus-Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht [HWR Berlin]. Unter diesem Markenzeichen treten sie auch zur ITB Berlin mit einem eigenen Stand auf. Einer der vier Dozenten, die das Projekt betreuen, ist Max […]

über Notizbuch: Max, Du hast Tourismus raus — Schwar[t]z auf Weiss

Ist die organische Reichweite auf Facebook wirklich am Ende?

❗️Kurze Spoilerwarnung❗️: Nein, denn:

  • Facebook ist nicht so out, wie viele es häufig behaupten. ✔️
  • es gibt handwerkliche Methoden wie Content erstellt werden kann, um die Reichweite positiv zu beeinflussen ✔️

Geht es um die Erfolgsmessung von Social-Media-Beiträgen, wird häufig die Reichweite, also wie viele Personen den Beitrag auf der Plattform in einem bestimmten Zeitraum gesehen haben, als Indikator (Key Performance Indicator = KPI) verwendet. Je höher diese Kennzahl ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine hohe Anzahl an Usern aus der anvisierten Zielgruppe mit dem Beitrag anschließend interagiert und eine Handlung im Sinne des Unternehmens vollzieht. Dies kann z.B. ein Klick auf die Landing-Page sein oder die Anfrage eines Urlaubswunsches durch den Kunden.

Anders ausgedrückt; je mehr Leute einen Beitrag gesehen haben, desto vielversprechender ist der zu erwartende Werbeerfolg für das Unternehmen. 

In den zurückliegenden Jahren haben sich nicht nur die Social-Media-Plattformen im Allgemeinen verändert, sondern auch das Nutzerverhalten der registrierten Personen. Allerdings ist dieses Thema sehr komplex, weshalb wir uns bestimmte Umstände sehr genau ansehen müssen, um hier präzise Aussagen treffen zu können. Verschiedene Behauptungen, die mir in den letzten Jahren und Monaten zu Ohren gekommen sind, möchte ich heute einmal kommentieren und versuchen zu relativieren.

  1. „Facebook ist nur noch für die Alten relevant. Jugendliche nutzen fast ausschließlich Instagram“ ✖️

Meine Meinung:

➡️ Ja, die Neuregistrierungen bei Personen unter 18 Jahren auf Facebook in Deutschland sind erheblich zurückgegangen. Allerdings sollten Unternehmen hier branchenunabhängig die kaufkräftigen Konsumenten betrachten. Allein die Alterszielgruppe der 20-24-Jährigen weist mit circa 7 Millionen Personen eine weitaus höhere Nutzerzahl auf, als es auf Instagram (circa 4 Millionen) der Fall ist. Unnötig an dieser Stelle zu erwähnen, dass es in der Altersgruppe 25-34 noch einmal knapp 11 Millionen registrierte Nutzer auf Facebook gibt. In dieser Altersklasse sind auf Instagram  „nur“ 3.4 Millionen Konsumenten zu finden (Stand:2018).

Es ist außerdem sinnvoll, das tägliche Nutzungsverhalten miteinander zu vergleichen, denn nur weil Nutzer registriert sind, heißt das noch nicht automatisch, dass sie sich auch jeden Tag beim Portal einloggen. Personen aus der Altersklasse 20-34 machen derzeit auf Facebook einen Anteil von 56 % aus. 23 Millionen Menschen nutzen Facebook täglich. Das bedeutet rund 13 Millionen Personen, die zwischen 20 und 34 Jahren sind, könnten theoretisch täglich auf der größten Social-Plattform erreicht werden. Da bei Instagram schon allein die tatsächliche Nutzeranzahl von 7,4 Millionen Personen geringer ist, geht der Punk hier ebenfalls an Facebook.

Quellen: Facebook / Instagram

Nicht, dass ich etwas gegen die Nutzung  von Instagram als Marketinginstrument habe, jedoch ist bei richtiger Betrachtung nur die Behauptung korrekt, dass die Interaktionen der Nutzer auf Beiträge  (Like, Kommentar, Erwähnung etc.) auf Instagram derzeit höher erscheint, als auf Facebook. Sobald wir jedoch über eine Relevanz für das strategische Marketing sprechen sollte man bedenken, dass die potentielle Reichweite für Kampagnen auf Facebook, streng genommen, höher ist als auf Instagram. Ich denke daher, dass Facebook daher bei keiner Social-Media-Kampagne vernachlässigt werden sollte.

 2. „Auf Facebook erreicht man seine Follower nur noch, wenn man den Content mit monetären Mitteln zusätzlich bewirbt.“

Auch hierzu meine Meinung:

➡️ Ja, es gibt heute weitaus mehr „gesponserte“ Beiträge auf der Plattform, als noch vor 10 Jahren. Das bedeutet: Firmen bezahlen häufiger dafür, dass ihre Beiträge auch von Menschen auf Facebook gesehen werden, die der Unternehmensseite nicht direkt folgen oder diese mit „Gefällt Mir“ markiert haben. Eine logische Schlussfolgerung könnte also tatsächlich lauten: Nicht bezahlter Content, wird von bezahltem Content aus dem Newsfeed der Nutzer zunehmend verdrängt.

Allerdings ist die zusätzliche Monetarisierung von Beiträgen nur eine Möglichkeit die Reichweite auf der Plattform zielgerichtet zu erhöhen (und gleichzeitig die bequemste). 

Im Folgenden möchte ich daher über handwerkliche Methoden des Marketings bzw. der Content-Erstellung schreiben, die ich im zurückliegenden Semester gemeinsam mit den Studierten Weltenbummlern anwenden konnte. Wer als Unternehmer überlegt, ähnliche Methoden des Marketings für seinen Betrieb anzuwenden, kann mich sehr gerne kontaktieren.

Mit der Veröffentlichung des Films auf Facebook auf der Seite „Studierte Weltenbummler“  war es das Ziel, das duale Studium der HWR Berlin, bei neuen Studierenden zu vermarkten und sowohl die Form des Studiums bei potentiellen neuen Partnerunternehmen in der Region bekannter zu machen. Auf eine zusätzliche Monetarisierung musste gänzlich verzichtet werden, da schlichtweg kein Budget dafür eingeplant war. Wie dennoch eine für die Verhältnisse hohe Reichweite generiert wurde (1800 Aufrufe), möchte ich mit folgenden Aspekten kurz anreißen:

  1. In erster Linie ist die Produktplatzierung für das HOTEL NEPTUN zu nennen. So stellen die Zimmergestaltung, der Ausblick auf die Ostsee und auf das Seebad Rostock-Warnemünde Herausstellungsmerkmale für das Hotel dar. Auch wenn das Hotel nicht direkt im Handlungsmittelpunkt des Video-Clips ist, wurde für die Unternehmensseite des Hotels, auf Facebook, kostenfreier Content erstellt. [Der „Share“ erfolgte schließlich durch das Hotel einige Zeit später. Somit wurde der Content nicht nur im Netzwerk der Studierenden gepostet, sondern auch an die Follower des Hotels ausgespielt.]  
  2. Viele Aspekte des Empfehlungsmarketings (z.B. Storytelling oder Influencer-Branding)  wurden angewandt. Am signifikantesten ist sicher der Umstand, dass die Protagonistin des Clips den Zuschauern kurz und knapp ihre persönlichen Beweggründe nennt, warum sie sich für ein duales Studium entschieden hat und warum sie glaubt, dass es die richtige Wahl war. Die Marke des Studiums wird somit für die Follower „lebendig“ gemacht und verleiht der Empfehlung mehr Authentizität.

Als Vergleich kann ein ähnliches Video einer anderen Hochschule betrachtet werden, was ich auf der Facebook-Seite der IUBH gefunden habe. Ich habe dieses Video ausgewählt, weil davon auszugehen ist, dass mit diesem Content ähnliche Ziele verfolgt wurden.

Die Zahl der Aufrufe des Videos ist mit circa 1200 geringer. Hinzu kommt der Umstand, dass die Facebookseite der privaten Hochschule über 10.000 Follower aufweist. Die Seite der Studierten Weltenbummler hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Contents gerade einmal 650 Follower.

Was hier im kleinen Stil vielleicht banal erscheint (1800 Aufrufe vs. 1200 Aufrufe), kann im Social-Media-Bereich eines Großunternehmens jedoch einen erheblichen Unterschied des Werbeerfolgs ausmachen.

Um die Ausgangsfrage des Artikels noch einmal klar zu beantworten: Es kommt wie immer darauf an, sich an einer zuvor erstellten betriebswirtschaftlichen Strategie zu orientieren. Daher ist es notwendig, sich mit den Möglichkeiten der Content-Erstellung auseinanderzusetzen. Falls zusätzlich noch Budget eingeplant werden kann, um Beiträge zusätzlich zu bewerben, ist dies der Optimal-Fall. Ausschlaggebend für die angestrebte Viralität des Contents sind jedoch definitiv andere Faktoren. Meine Empfehlung lautet daher stets in die Produktion von Content zu investieren und ein angemessenes Verhältnis zwischen organischer und künstlicher Reichweite anzustreben. Außerdem sollte versucht werden, Content so zu produzieren, dass er plattformübergreifend verwendet werden kann.

BG,

Max

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PS. Viele weitere spannende Möglichkeiten, wie gutes Marketing nach wie vor mit Facebook gestaltet werden kann, habe ich nicht erwähnt. (Z.B. Gruppen, Facebook-Messenger, Werbung zwischen Clips). Diese Möglichkeiten schauen wir uns in weiteren Beiträgen an.

Unterwegs als Dozent

Für Leute die sich fragen, was ich eigentlich so mache, wenn ich nicht für Reisebüros oder andere touristische Unternehmen arbeite.

Seit September habe ich einen kleinen Lehrauftrag an meiner alten Uni, der HWR Berlin am Campus Lichtenberg (Fachbereich Duales Studium).

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Für den Fachbereich Tourismus bin ich dort für das Modul Projektmanagement tätig. Genauer gesagt, darf ich an einem Projekt mitwirken, was ich schon damals als Student mit ins Leben gerufen hatte.

Das Projekt umfasst 2 Semester und beinhaltet den weiteren Aufbau sowie die Platzierung der Marke Studierte Weltenbummler. Gemeinsam mit den Studenten vermarkte ich somit den Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft bei potentiellen neuen Studenten und Unternehmen, die zu Praxispartnern innerhalb des dualen Studiums werden möchten.

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Mit von der Partie sind außerdem der Fachrichtungsleiter Prof. Dr. Soller, Ralph Wudke sowie der Journalist Horst Schwartz, der für diverse Fachzeitschriften tätig ist.  Das Projekt beinhaltet auch die Organisation und das Marketing  für den Stand auf der kommenden ITB Berlin.

Besonders stolz bin ich aber auf mein Team, das mit mir gemeinsam die Social-Media-Kanäle betreut.

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In diesem Jahr geht es inhaltlich u.a. darum, das Bachelor-BWL-Studium richtig in der Tourismusbranche darzustellen, also aufzuzeigen welche Möglichkeiten sich für Absolventen im Berufsleben ergeben können. Wir sind motiviert, somit viele neue Fachkräfte für die Branche zu gewinnen und Ausbildungskonzepte zu entwickeln, die sich sowohl für Studenten, aber auch für kooperierende Unternehmen bezahlt machen.

So konnte ich beispielsweise die Gelegenheit nutzen, das Projekt und den Studiengang beim monatlich stattfindenden SKÅL-Meeting zu präsentieren.

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Ich freue mich auf alles, was auf mich als Dozent zukommt!

LG,

Max

Sinnvolle Plakatwerbung fürs Reisebüro

Ein neues, 2m hohes, Werbeplakat schmückt seit einigen Tagen den U-Bahnhof Eberswalder Straße im Prenzlauer Berg. Was mir bei der Gestaltung wichtig war, lest ihr in diesem Beitrag unter den beiden Fotos.

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  • Es werden keine Preise kommuniziert.

Da Preise für touristische Produkte in erster Linie dynamisch sind und im Zeitalter moderner Reservierungssysteme täglich schwanken, würde es aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben, ausgewählte Produkte zu bewerben. Viel wichtiger ist hier, dass das Reisebüro mit seiner eigentlichen Dienstleistung wirbt, nämlich im richtigen Augenblick maßgeschneiderte Angebote für die Kunden parat zu haben. Es gibt viele weitere Gründe, warum sich eine Reise nur sehr schwer über einen Preis definieren lässt (z.B. Subjektivität oder die Nicht-Lagerfähigkeit von Dienstleistungen). Studieren kann man Tourismusbetriebswirtschaft übrigens hier in Berlin.

  • Die Gestaltung ist auf den gesamten Marketing-Mix des Reisebüros ausgelegt.

Auf Facebook und Instagram wirbt das TUI Reisecenter für die Präsenz im Kiez. Warum sollte also die Außenwerbung nicht auch für die Präsenz des Reisebüros in sozialen Netzwerken werben? Dieser Aspekt wird leider häufig vernachlässigt.

  • Öffnungszeiten und Wegbeschreibungen wurden nicht erwähnt.

Wichtiger ist nämlich, dass der Name des Reisebüros genau so im Internet gefunden wird. Den Rest erledigen heute Google bzw. unsere Smartphones. Dieses setzt natürlich ebenfalls eine ordentliche Online-Präsenz voraus.

Ich freue mich immer über Fragen und Anregungen. Bis zum nächsten Beitrag und

beste Grüße,

Max

Zu Besuch bei TourismusDialog.Berlin

Am 1. Februar konnte ich als Zuschauer bei einer sehr interessanten Podiumsdiskussion im H4-Hotel am Alexanderplatz teilnehmen. Die Veranstaltung trug den Namen Geschmackvolle Landschaften – oder nicht? Reisen und Genuss von Ostsee bis Erzgebirge und wurde von TourismusDialog.Berlin, allen voran Gehard Kirsch und Prof. Dr. Soller vom Institut für Tourismus Berlin e.V. ins Leben gerufen.

IMG_9749.jpgAn der Diskussion beteiligt waren Maria Gross alias Maria Ostzone, Inhaberin und Köchin Speisewirtschaft Bachstelze in Erfurt, Stephan Hentschel, Küchenchef des Restaurants Cookies Cream in der Friedrichstraße Berlin und Marco Müller, Küchenchef Restaurant Rutz, ebenfalls in Berlin. Alle 3 sind bekannte und anerkannte Vertreter ihrer Branche und wurden in der zurückliegenden Zeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Außerdem diskutierte Uwe Krohn, Vice President Sales der Gruppe H-Hotels, mit.  Moderiert wurde die Unterhaltung von Dr. Stefan Elfenbein, Korrespondent von Der Feinschmecker und Vorsitzender der Jury Berliner Meisterköche.

Warum ich persönlich glaube, dass dieses Gesprächsthema stark den Incoming-Tourismus beeinflusst, möchte ich mit dieser Zusammenfassung kurz erläutern.

  • Neben der Digitalisierung, beeinflusst kein anderer Trend die Tourismusbranche so stark, wie die Entwicklung einer neuen Esskultur in Deutschland.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es bei der Küche mehr auf Authentizität als auf Exklusivität der Speisen ankommen sollte, damit Gäste für eine Region begeistert werden können. Die Beteiligten brachten dabei zum Ausdruck, dass sie alle in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind und daher, ein paar gute Erfahrungen aus der Zeit, mit ihren heutigen Möglichkeiten vereinen können. So gäbe es heute zwar viel mehr Produkte für die Zubereitung guter Gerichte, aber das Streben nach Maximalgewinn setze die örtlichen Bauern immer mehr unter Druck, wodurch der Markt nach billigem Essen weiter steigt und die Qualität des Essens nachlasse.

Mit ihren Restaurantkonzepten sind die Sprecher aus ihrer Sicht erfolgreich, weil sie eben genau diese Denkweise des günstigsten Angebots umgehen, sich auf gute Mahlzeiten konzentrieren und diese zu einem fairen, aber nicht überteuerten Preis anbieten.

  • Wodurch zeichnet sich die ostdeutsche Küche eigentlich aus und beeinflusst die Kreativität von damals die Neue Deutsche Küche bis heute?

Auch hier kamen die Mitwirkenden zu dem gemeinsamen Schluss, dass es im Nachhinein nicht geschadet hat, wenn man im Osten auf dem Land aufgewachsen ist oder bei der jährlichen Ernte der Großeltern mitgeholfen hat. Ganz im Gegenteil: Man sei beispielsweise in den Genuss gekommen, den Geschmack echter Erdbeeren vom heutigen Geschmack aus der Massenproduktion zu unterscheiden oder hätte gelernt, wie aus weniger Zutaten und etwas Kreativität, mehr geschaffen werden könne.

Diese Erfahrungen sollten allerdings nichts Besonderes oder Exklusives sein, sondern allgemeiner Standard. Um dieses Ziel zu erfüllen, müsse man den Touristen und Einheimischen verdeutlichen, dass die Produkte aus der Landwirtschaft zwar damals im Osten knapper waren, die Qualität jedoch häufig besser, denn fast alle regionalen Bauernhöfe wurden staatlich subventioniert. Natürlich sind die Umstände von damals nicht auf heute übertragbar, dennoch finde man z.B. in der Schweiz genügend Restaurants, die weder exklusiv noch überteuert sind, aber die Qualität der Speisen deutlich mehr überzeugt. Maria Gross ist der Ansicht, die heutige fehlende Subvention der Kleinbauern ist der Grund, warum die Qualität von heute nicht mit der von damals mithalten kann. „Menschen in anderen Ländern legen außerdem nun einmal auch einfach mehr Wert auf gutes Essen.“, so Maria Gross.

Eine weitere Feststellung in der Runde: Wer heute als Gastronom innovativ ist, beruft sich nicht nur auf Forschungen, neuen Trends oder wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern blickt einfach 30 Jahre zurück und überlegt, warum die Menschen im Osten, anders mit dem Thema Ernährung umgegangen sind, als heute üblich.

  •  Sind preisbewusste Restaurants eine kleine Nische auf dem Markt oder ist es möglich diese Refokussierung auch in die Hotellerie zu integrieren?

An dieser Stelle gab es Diskussionsbedarf. Während die Gastronomen in der Runde, die Ansicht teilten, dass Hotelmanager nur mutiger bei der Preisgestaltung ihrer Restaurants sein müssten, erwiderte Uwe Krohn von den H-Hotels, dass eben noch zu viele Gäste nicht dazu bereit sind, viel Geld für ihr Essen auszugeben. „So hart es auch klingen mag, aber die Mittelstandshotellerie, müsse bei allen touristischen Zielen der Regionen wirtschaftlich bleiben.“ Zudem gab Uwe Krohn zu bedenken, dass die Gäste meistens im Urlaub etwas außerhalb des Hotels erleben wollen und daher das Hotel nur mit der Übernachtung in Verbindung bringen.

Man einigte sich schließlich darauf, dass ein Umdenken der Hotellerie und Gastronomie zwar langfristig erfolgen müsse, der Prozess jedoch zurzeit eher in Nischen- oder Gourmetrestaurants stattfindet, die der Gast besuchen kann, wenn er sich in der Region aufhält. Von heute auf morgen nur noch Bio-Restaurants in der Mittelstandshotellerie anzubieten sei schlichtweg nicht machbar. Vielleicht, und hier waren sich alle einig, wäre es ein guter Anfang, wenn in der Schule oder in den Medien das Thema Ernährung und Landwirtschaft wieder stärker present wäre. Als Beispiel wurde das Unterrichtsfach „Schulgarten“ oder die Kultsendung Du und Din Garten angeführt.

Meine Meinung dazu?

Ich finde, dass wir in unseren Regionen eine positive Entwicklung bezüglich der Esskultur erleben. Ein Restaurantbesuch hat meiner Meinung nach auch immer etwas mit einer entspannten Atmosphäre und gutem Service zu tun. In den Großstädten ist der Trend zu beobachten, dass die Präsenz von McDonalds, Burgerking und anderen Schnellrestaurants deutlich zurückgegangen ist und die Leute auf jeden Fall dazu bereit sind, für eine entsprechende Qualität auch entsprechend zu zahlen. Anders herum ist zu erkennen, dass es weniger überteuerte Gaststätten gibt, von denen man enttäuscht wird, z.b. wenn man viel zahlen muss, aber nicht von dem Essen satt wird.

Bei mir ist vor allem das Interesse an einem gutem Mittagstisch groß, egal wo ich mich aufhalte.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass auf jeden Fall der Bedarf an (ost)-deutscher Hausmannskost in den hippen Orten von der Ostsee bis zum Erzgebirge vorhanden ist. Jeder, der beispielsweise schon einmal durch die Innenstädte von Rostock, Berlin, Leipzig oder Erfurt geschlendert ist, wird bemerken, dass nahezu überall  Gerichte wie Königsberger Klopse, Jägerschnitzel oder Thüringer Klöße feste Bestandteile einer jeden Speisekarte sind.

Vielen Dank für den unterhaltsamem Abend und die informative Diskussion,

Max Hübner

Berlin

Danke an Max für die Hilfe an meiner Bachelor-Arbeit

Großes Danke an Dich, Max, für deine unterstützende Hilfe bei meiner Bachelorarbeit.

Zum Thema “ Krisenmanagement – Einflussfaktoren von politischen und terroristischen Unruhen auf die Tourismusbranche, am Fallbeispiel der Türkei“ habe ich in meiner Thesis die aktuelle Krisensituation in der Türkei dargestellt und mich mit den kontroversen Ansichten bezüglich des politischen Handelns des türkischen Staatspräsidenten beschäftigt. Welche touristischen Konsequenzen auf eine solche Krise folgen können und in welcher Art und Weise Reiseveranstalter hierbei entgegenwirkende Maßnahmen einleiten können, wurde mithilfe von Experten aus der Tourismusbranche besprochen. Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an Dich, dass auch Du mir in Form eines Experteninterviews weiterhelfen konntest. Aufgrund deines Wissens und den Erfahrungen aus deinem beruflichen Alltag wurden viele Fragen zum Thema meiner Arbeit beantwortet.

Danke und liebe Grüße,

Carolin